İlker Ortaç / Werk
Fotografie 05
In diesem monochromen Porträt treten der geneigte Kopf und die Armhaltung vor einer weiten hellen Freifläche hervor.

Vom Leben zur künstlerischen Praxis
Ortaçs Portfolio bewegt sich zwischen Zeichnung, Schreiben und Fotografie. Das in seinem künstlerischen Selbstverständnis formulierte Interesse an Spuren und Charakter sowie die Abkehr von makellosem Aussehen bieten auch einen Rahmen für die Betrachtung von Fotografien. Daraus werden keine Aussagen über die Identität der Porträtierten oder die Bedingungen einer Aufnahme abgeleitet.
Von der Entstehung zur Präsentation
- Bildausschnitt: Die Betrachtung folgt dem sichtbaren Licht sowie der Platzierung von Gesicht und Körper.
- Archiv: Die Fotografie behält ihre Portfolionummer, ohne ihr ein Aufnahmedatum, einen Ort oder eine Ausrüstung zuzuordnen.
- Präsentation: Die Schaltfläche öffnet die archivierte Bilddatei dieser Fotografie.
Aus dem Atelier: eine fiktionale, kreative Rekonstruktion
Eine fiktionale, kreative Rekonstruktion in der Ich-Form auf Grundlage der Biografie und der Werke.
Wenn ich mir den Bildausschnitt vorstelle, denke ich auch den Raum außerhalb des Ausschnitts als Teil des Bildes mit. Statt ein Gesicht vollständig zu erklären, schaue ich nur so weit, wie das Licht es zulässt. Schatten kann wie fehlende Information wirken; ich möchte, dass diese Abwesenheit im Bild bleibt.
Bei der Auseinandersetzung mit „Fotografie 05“ kehrt meine Aufmerksamkeit zu diesem Detail zurück: In diesem monochromen Porträt treten der geneigte Kopf und die Armhaltung vor einer weiten hellen Freifläche hervor. Im nächsten Abschnitt stelle ich mir vor, alles zurückzunehmen, was diese Begegnung schwächt, und die Bereiche, die ihre Spannung tragen, länger offen zu lassen.
Im letzten Abschnitt stelle ich mir vor, das Werk in seinen eigenen Zusammenhang zurückzuführen. Ich lasse Raum dafür, jenseits der hier zusammengestellten Erzählung eine Seite zu lesen, ein Filmbild zu betrachten oder den Film anzusehen.